Breslau (Wrocław)

Wo die Oder Schlesiens Mitte erreicht, sich in Flussarme aufteilt, die sie nach Bildung mehrerer Inseln wieder zusammenbringt, kreuzten sich zwei wichtige europäische Fernstraßen: die Bernsteinstraße zwischen Samländischer Ostseeküste und Adria, wo vor allem in Venedig der Bernsteinhandel blühte, und die Hohe Straße zwischen Leipzig, Krakau und Lemberg.

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An der Kreuzung dieser Handelsstraßen gründete, heißt es, der böhmische Fürst Wratislaw (894-921) eine Burg, die er nach seinem Namen Wratislavia nannte, wodurch sich das W im Stadtwappen erklärt. Die verschiedenen Namensformen - lat. Wratislavia, dt. Breslau, poln. Wroclaw - sind etymologisch verwandt. Der Chronist Thietmar von Merseburg berichtete über „Wrotizlawa“, die Form „Breßlau“ ist erstmals 1266 nachgewiesen.

Um 1000 wurde Breslau Bischofssitz. Durch Johannes, den ersten Bischof von „Wrotizla“, gelangte das abgeschlagene Haupt von Johannes dem Täufer auf rundem Teller in die Mitte des Breslauer Wappens, dazu ein Porträt des Evangelisten Johannes. Die beiden oberen Wappenfelder zeigen den böhmischen Löwen und den schlesischen Adler. In dieser Form verlieh 1530 Kaiser Karl V. der Stadt das Wappen.

Wie wichtig die Stadtgeschichte auch den gegenwärtigen Breslauern ist, zeigten sie, als sie sich 1990 mit großer Mehrheit für die Wiedereinführung des historischen Wappens entschieden. Auch die Siegelumschrift hatte Karl V. festgelegt. Die Formel Senatvs·Popvlvsqve·Wratislaviensis findet sich auch heute an vielen Stellen der Stadt.

 

Stadtwappen

 

Zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte kam es in der Zeit der Piasten. Herzog Boleslaw III. von Polen hatte im Streit mit Böhmen gesiegt und sich Schlesien gesichert. Von ihm erbte es Wladislaus, der älteste Sohn. Als ein Aufstand gegen ihn zu seinem Sturz führte, floh er mit seiner deutschen Frau Agnes nach Deutschland unter den Schutz seines Schwagers König Konrad III. Erst ihr ältester Sohn konnte zurückkehren und mit Hilfe von Kaiser Friedrich Barbarossa seine Herrschaft in Schlesien behaupten. Er hatte in den Jahren seines Exils höfisches Leben in Deutschland kennengelernt, auch den Reichtum der Städte und den Fleiß der Bauern bewundert, nun rief er deutsche Kaufleute, Handwerker und Bauern in das bis dahin wenig erschlossene Land. 1201 übernahm Sohn Heinrich I. die Regierung.

Er war in Deutschland geboren und aufgewachsen und mit einer Deutschen verheiratet, der dritten deutschen Fürstentochter an der Seite eines Piasten und der bis heute bekanntesten: Hedwig aus dem bayrischen Haus Andechs-Meranien, die zur Heiligen und Schutzpatronin Schlesiens wurde. Auch Heinrich II. suchte sich seine Gemahlin in Deutschland. Deutsche Sprache und Kultur etablierten sich am Herzoghof und weithin in Stadt und Land.

Nach dem Mongoleneinfall von 1241 und der Schlacht bei Liegnitz wurde das zerstörte Breslau planvoll neu und größer aufgebaut, in der Mitte der große Marktplatz, als Versammlungsort auch „Ring“ genannt, die Straßen rechtwinklig im Schachbrettmuster, wie noch heute deutlich. Das Bürgerding, Thing, Burdinc, die Bürgerversammlung wurde „Ring“ genannt, weil sich die Bürger im Kreis um den Rat versammelten, mit der Übernahme des deutschen Stadtrechts in Polen auch poln. „Rynek“.

Dass es außer dem großen Ring auch den Salzring und den Neumarkt gab, zeugt von der glänzenden wirtschaftlichen Blüte dieser Bürgerstadt, die 1242 das Magdeburger Stadtrecht erhielt und 1368 Mitglied der Hanse wurde.

Heinrich IV., der bedeudendste der schlesischen Piasten, trat auch als Dichter mittelhochdeutscher Lyrik hervor. Als Minnesänger „Heinrich von Pressela“ (=Breslau) erscheint er mit Text und Bild in der „Manessischen Liederhandschrift“.

Mit dem Bischof hatte Heinrich zu kämpfen. Kurz nachdem er sich mit dem Bischof versöhnt und den bisherigen Widersacher zum Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte, starb der 37jährige Herzog am 23. Juni 1290 eines rätselhaften Todes. Zum Zeichen der Versöhnung hatte er die Kreuzkirche gestiftet, wo auch sein Sarkophag steht.

Der letzte schlesische Piast Heinrich VI. leistete dem böhmischen König Johann von Luxemburg, der deutscher Reichsfürst war, den Lehnseid und bestimmte ihn zu seinem Nachfolger. So kam 1335 Breslau an Böhmen, das damals zum Reich gehörte.

 

 

Die mittelalterliche Gotik hat Breslaus Stadtbild nachhaltig geprägt: Dom, Kreuzkirche und Sandkirche auf der Dom- und Sandinsel, im Bürgerzentrum das berühmte Rathaus, die Maria-Magdalenenkirche, die Elisabethkirche und die Dorotheenkirche zeugen davon bis heute. Auf dem Gebiet der Literatur ist außer Minnesang die um 1350 entstandene „Breslauer Marienklage“ zu nennen, eine lyrische Sequenz in mittelhochdeutscher Sprache. Außerdem entstanden zahlreiche Meisterwerke der Skulptur, besonders gerühmt die „schöne Breslauerin“ (um 1380), eine liebliche Madonna, die sich heute in Warschau befindet.

 

Die frühe Neuzeit begann mit sozialen und religiösen Unruhen, Handwerker-Aufständen gegen den Rat und das Patriziat, über die Aufrührer wurde strenges Gericht gehalten. 1420 berief Kaiser Sigismund, König von Böhmen einen Reichstag nach Breslau, dessen Hauptthema die Bekämpfung der Hussiten war. Die Stadt ergriff deutlich Partei gegen die Hussiten.

 

Rathaus
Rathaus
Aus: J. Czerwinski; Breslau, Berlin u. a. 1993, S. 39

Als der österreichische Erzherzog Ferdinand 1526 Ungarn, Böhmen und damit auch Schlesien erbte, später auch, in der Nachfolge seines Bruders Karls V., Kaiser wurde, sah er sich mit dem Vordringen des Protestantismus konfrontiert. Schlesien wurde damals zu schätzungsweise neun Zehnteln protestantisch. Der Rat und die Breslauer Bürgerschaft bekannten sich auch in der Folgezeit entschieden zur lutherischen Lehre.

Im Dreißigjährigen Krieg verhielt sich die Stadt sowohl gegenüber Kaiserlichen als auch Schweden neutral und bekam im Frieden ihre vor dem Krieg erhaltenen Rechte und Privilegien und die Ausübung der evangelischen Religion ausdrücklich bestätigt.

Breslau erholte sich schnell vom Krieg und erlebte eine neue, zweite Blütezeit, diesmal im Zeichen des Barock, das wie die Gotik das Stadtbild bis in die Gegenwart geprägt hat. Rings um das Rathaus verschönerten reiche Bürger ihre Häuser mit schwungvollen Giebeln und prächtigen Fassaden. Prunkvolle neue Kirchen und Klöster entstanden im Kontext gegenreformatorischer Bestrebungen, die den Katholizismus, zumal in dieser protestantischen Stadt wieder attraktiv machen sollten und darum vom Kaiser in Wien und vom Bischof auf der Dominsel besonders gefördert, vom Rat der Stadt eher beargwöhnt wurden.

In solchen Kontext gehörten die neuen Jesuiten-Schulen und die von Kaiser und Bischof betriebene, 1702 erfolgte Gründung der Universität als Jesuiten-Hochschule „Leopoldina“, die mit ihrem geistigen Profil und eingeschränkten Bildungsangebot nicht dem entsprach, was sich die Stadt unter einer wissenschaftlichen Universitas vorstellte. Eine moderne Universität wurde daraus erst in preußischer Zeit, als sie mit der Universität Frankfurt zusammengelegt und 1811 im Geiste der Humboldtschen Bildungsreform neu gegründet wurde und als "Schlesische Friedrich-Wilhelms-Universität" internationales Ansehen gewann.

 

Universität
Universität
Aus: J. Czerwinski: Breslau, Berlin u. a. 1993, S. 27

Literarisch erlangte Breslau im Barockzeitalter zentrale Bedeutung für ganz Deutschland. Die Dichter jener Zeit machten es zur „Hauptstadt deutscher Poeterey“: Martin Opitz aus Bunzlau mit seinem „Buch von der Deutschen Poeterey“ (1624), Johannes Scheffler, der als Sohn eines Protestanten zum Katholizismus konvertierte und als Angelus Silesius in die Literaturgeschichte einging, Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617-1679), Daniel Casper von Lohenstein, Friedrich von Logau und Johann Christian Günther lebten hier zumindest zeitweilig.

Eine neue Epoche begann, als Friedrich II. von Preußen Schlesien eroberte. Gotthold Ephraim Lessing, der als Sekretär von Friedrichs General Tauentzin in Breslau weilte, schrieb hier sein Gegenwartsstück „Minna von Barnhelm“. Nach den Erschöpfungen des Siebenjährigen Krieges kam eine Zeit neuen wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs. Seine dritte große Glanzzeit erlebte Breslau in der zweiten Hälfte des 18. und im frühen 19. Jahrhundert, baugeschichtlich diesmal im Zeichen der von griechischem Vorbild und Schönheitsideal inspirierten preußischen Klassik. Carl Gotthard Langhans, der später in Berlin das Brandenburger Tor schuf, erbaute das Palais Hatzfeld als klassizistischen Prachtbau, sein Sohn Carl Ferdinand Langhans das neue Stadttheater, heute Opernhaus, die Alte Börse am Salzring, die Elftausend-Jungfrauen-Kirche und die Kapelle auf dem Heiligenberg in Oswitz, die der Verlegerfamilie Korn gehörte, die dort auch ihre Familiengruft hatte. Der Verlag Korn erhielt das Privileg zur Gründung einer Zeitung, die als „Schlesische Zeitung“ bis 1944 eine bedeutende Rolle spielte.

Friedrich II. regierte aufgeklärt, aber absolutistisch: Es herrschten Geistesfreiheit, Toleranz, Wissenschaft, Bildung, Künste, aber es regierte nicht mehr der von Bürgern gewählte Rat, sondern ein Direktor, der dem König in Berlin verantwortlich war, Steuern wurden dort festgesetzt, Einnahmen und Ausgaben streng von der Zentralregierung kontrolliert. Das änderte sich erst 1808 im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen, die den Städten wieder mehr Selbstverwaltung brachten.

Wichtig wurde die Zeit der Napoleonischen Kriege, zum einen dadurch, dass auf Napoleons Befehl die Festungsanlagen niedergelegt und entlang dem Stadtgraben Grünanlagen entstanden und die Stadt sich in Vorstädte hinein vergrößerte, zum anderen dadurch dass Breslau im Befreiungskrieg eine zentrale Rolle spielte. Der Universitätslehrer Henrik Steffens rief ungefragt auf eigene Faust zum Volkskrieg auf. Lützow bildete sein berühmtes Freikorps, in das auch Eichendorff eintrat. Als die Bewegung schon in Gang war, kam auch der König: Friedrich Wilhelm III. verkündete in Breslau den berühmten „Aufruf an mein Volk“ und stiftete das Eiserne Kreuz. Der Volkskrieg wurde ein Erfolg, der in der Völkerschlacht bei Leipzig gipfelte und mit Napoleons Niederlage endete.

Dass danach die Obrigkeiten ihre politisch aktiv gewordenen Bürger mit Macht wieder in die Unmündigkeit zurückdrücken wollten, musste Schwierigkeiten bereiten, besonders an Universitäten, auch an der Breslauer Universität, wo liberale Professoren und fortschrittliche Buschenschaften eine Verfassung und die nationale Einheit forderten. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben, Professor für deutsche Sprache und Literatur, der 1841 auf Helgoland das Deutschlandlied schrieb, wurde wegen seiner „Unpolitischen Lieder“ 1842 vom Amt suspendiert und des Landes verwiesen, im Revolutionsjahr 1848 rehabilitiert. Ein anderer nationalliberal engagierter Autor war Gustav Freytag, besonders erfolgreich mit dem Roman „Soll und Haben“, dem Romanzyklus „Die Ahnen“ und der Abhandlung über den Bau des Dramas.

 

Kupferstich
Breslau 1587, kolorierter Kupferstich
Aus: Zwischen Oder und Riesengebirge. Schlesische Karten aus fünf Jahrhunderten, Weißenhorn/Bayern 1987, S. 141

Das 19. und beginnende 20. Jahrhundert sind vor allem durch wissenschaftlich-technische Fortschritte, industriellen Aufschwung und Stadtvergrößerung charakterisiert. An der Universität lehrten prominente Wissenschaftler wie der Historiker Theodor Mommsen, der Jurist Otto von Gierke, der Philosoph Wilhelm Dilthey, der Mediziner Paul Ehrlich. Die Universität errichtete ein großes Klinikum in Scheitnig. 1910 wurde die Technische Hochschule eröffnet.

Breslau wurde ein großer Umschlagplatz für Kohle und Erz, die Hüttenerzeugnisse Oberschlesiens und die landwirtschaftlichen Produkte des fruchtbaren Umlandes. Sichtbare Zeugnisse dieser vierten Blütezeit waren moderne Industrieanlangen wie die Lokomotivfabrik Linke-Hofmann, Maschinenfabriken, Holz- und Papierfabriken. Lagerhallen und sogenannte Mietskasernen breiteten sich in den Vorstädten aus. Dazu kamen Hafenanlagen, Eisenbahn, Bahnhöfe, seit 1893 die elektrische Straßenbahn.

Ferdinand Lasalle, Sohn eines Breslauer Kaufmanns, gründete 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein. Den literarischen Ausdruck fand die Zeit gesellschaftlichen Wandels und sozialer Probleme im Naturalismus, besonders in den frühen Dramen Gerhart Hauptmanns.

 

Die Einwohnerzahl wuchs von 1848 rund 100.000 auf 208.000 im Jahr 1871 und 426.000 um 1900. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren es 543.000.

Zunehmende Verstädterung ließ eine naturorientierte Reformbewegung entstehen, die sich vor allem als Jugendbewegung artikulierte. Das neue Lebensgefühl, dabei auch der gewachsene Reichtum, kulminierte im Jugendstil, der die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg überschwänglich geprägt hat. Diese europäische „Belle Epoque“ bedeutete auch für Breslau, das man „Perle des europäischen Jugendstils“ nannte, eine neue, fünfte Blütezeit, wobei diese Pflanzenmetapher auch wörtlich genommen werden kann. Wie harmonisch sich der neue Stil in das bisherige Stadtbild einfügte, ist noch heute zu erkennen, Beispiele: das Hotel Monopol zwischen Oper und Dorotheenkirche, das Kaufhaus Barrasch zwischen den Häusern am Ring, die Jugendstil-Cafés und -Geschäfte in den Straßen der Altstadt, die Markthalle gegenüber der Dominsel, der Jugendstil-Fechterbrunnen vor der Barockfassade der Universität, das Schiller-Denkmal im Scheitniger Park.

 

Jugendstil
Jugendstil

Ein Bauwerk besonderer Art wurde die Jahrhunderthalle, die 1913 monumental an die nationale Erhebung von 1813 erinnerte und im Stil den Modernismus vorwegnahm. Bei aller Größe wirkt sie nicht maßlos, hält gebührenden Abstand zur Innenstadt und bekommt ihr Gegengewicht durch den weitläufigen Scheitniger Park und den Zoologischen Garten.

 

Der Erste Weltkrieg brachte auch in Breslau am Ende Hunger und Not, die Nachkriegszeit Inflation, Arbeitslosigkeit und politische Unruhe. 1929 wurde das Stadtgebiet durch Eingemeindungen auf 175 km2 erweitert.

Im Dritten Reich war auch hier das Nebeneinander von staatlichen Institutionen und Parteiorganisationen typisch. Für die Gleichschaltung mit dem Führer sorgte der Gauleiter. Die politische Aufsicht über die Bürger oblag den Ortsgruppenleitern.

Von reichsweiter Bedeutung waren das Deutsche Sängerbundesfest 1937 und das Deutsche Turn- und Sportfest 1938. In der „Reichskristallnacht“ vom 9. November wurde wie gleichzeitig in vielen Städten die Synagoge in Brand gesteckt.

Im Zweiten Weltkrieg galt Breslau als „bombensicher“. Frauen und Kinder aus den zerbombten Städten des Westens fanden hier Zuflucht. Die Einwohnerzahl wuchs bis auf ca. 1 Million.

Im August 1944 erklärte ein Führerbefehl Breslau zur Festung. Im Januar 1945 ordnete der Gauleiter Evakuierungen an. Frauen, Kinder und Greise sollten die Festung verlassen. Etwa 90.000 von ihnen starben in Schnee und Eis. Zurück blieben, als die Stadt im Februar von der Roten Armee eingeschlossen wurde, über 200.000 Zivilisten und rund 45.000 Soldaten und Volkssturm-Männer. Etwa drei Monate lang dauerten die Kämpfe. Durch Bombenangriffe und Häuserkämpfe wurden 70% der Bausubstanz zerstört, im Süden und Westen sogar 90%. Auf Befehl des Gauleiters wurde die ganze Kaiserstraße mit prunkvollen Häuserreihen abgerissen, um eine Flugbahn zu schaffen. Vier Tage nach dem Fall Berlins kapitulierte Breslau am 6. Mai 1945.

 

Nach der Kapitulation begann die Vertreibung der deutschen Einwohner und die Ansiedlung von Polen, die zum Teil aus den von der Sowjet-Union beanspruchten polnischen Ostgebieten kamen, dabei wurde die ganze Universität Lemberg hierher verlegt. Die neuen Machthaber ließen in den ersten Nachkriegsjahren fast alles demontieren und nach Warschau überführen: Ziegel, Straßenbahnen, ganze industrielle Fertigungsanlagen. Trotzdem gelang es den neuen Bewohnern Breslaus, die Stadt wieder aufzubauen. Bloßer Wohnraumbeschaffung dienten zunächst die gesichtslosen Neubauten der Nachkriegszeit.

 

Ring
Ring, Sieben-Kurfüsten-Seite, Bürgerhäuser 1-6
Aus: H. Trierenberg: Reisewege zu historischen Stätten in Niederschlesien, Dülmen 1996, S. 128

 

 

Wie dann aber jahrzehntelang sachkundig und liebevoll nach alten Bildern und Zeichnungen Breslaus Altstadt rekonstruiert wurde, verdient Bewunderung. Aus Ruinen wurden wieder Sehenswürdigkeiten. Der Wiederaufbau der Breslauer Innenstadt gehört zu den Ruhmestaten polnischer Rekonstrukteure und Handwerker. Was hier der Menschheit zurückgewonnen wurde, ist ein wunderbares Ensemble harmonisch auf einander bezogener Bauten.

Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus, Jugendstil und Moderne bilden wieder ein historisches Ganzes. Auffällig sind die vielen Jugendlichen. Diese Stadt ist „jung“. An elf Hoch- und Fachhochschulen und weiteren Einrichtungen studieren rund 100.000 Studenten, bei einer Einwohnerzahl von ca. 670.000. Wer heute die Stadt besucht, erlebt ein Gesamtkunstwerk, zu dessen leuchtenden Farben auch das quirlige Leben ringsum gehört. Wer den Ring, den Rynek, betritt, sieht einen der schönsten Plätze der Welt, Jahrhunderte alt und jugendfrisch zugleich. Wer auf den Geschäftsstraßen flaniert, die frisch renovierte Universität besucht, die Silhouette der Dominsel betrachtet, das rege Treiben der Markthalle oder die Jahrhunderthalle und den Scheitniger Park genießt, bekommt das Gefühl, sich in einer bedeutenden europäischen Metropole aufzuhalten und vielleicht eine erneute Blüte dieser Stadt zu erleben.

Dr. Bodo Heimann

 

 

 

 

 

Die Stiftung Kulturwerk Schlesien weist auf folgende Nachricht hin:

 

 

Bürgerliches  Brauhaus Breslau

 

Die Gesellschaft wurde aufgelöst. Wer BBB-Aktien besitzt oder geerbt hat wird gebeten, sich an den Notvorstand zu wenden:
Dipl.-Sozialwirt Hans-Joachim Kempe, Ipfstr. 21, 71640 Ludwigsburg, Tel.: 07141/86 26 54, Fax: 07141/85 00 20.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

Literatur

Janusz Czerwinski: Breslau. Stadtführer, Wydawnictwo Dolnoslaskie, Breslau 1997;

Janusz Czerwinski u. Mariola Malerek: Breslau und Umgebung, Laumann Verlag, Dülmen 1992;

Günter Elze: Breslau gestern und heute, Verlag G. Rautenberg, Leer 5. Aufl. 1992;

Ernst Hornig: Breslau 1945, Bergstadtverlag W.G. Korn, München 1975;

Stanislaw Klimek: Breslau. Architektur und Geschichte, Wydawnictwo Via Nova, Breslau 2001;

Beata Maciejewska, Wroclaw, Dzieje Miasta, Wroclaw 2002;

Helmut Neubach: Kleine Geschichte Schlesiens, Köllen Druck+Verlag, Bonn 5. erw. Aufl. 1996;

Gerhard Scheuermann: Das Breslau Lexikon, 2 Bde., Laumann Verlag, Dülmen 1994;

Walter Schimmel-Falkenau: Breslau, Verlag Weidlich, Frankfurt a.M. 1965;

Klaus Ullmann: Schlesien-Lexikon, Adam Kraft Verlag, Mannheim 4. Aufl. 1985.

 

 

 

Mehr zu Breslau (Wrocław)

Breslau heute
http://www.wroclaw.com/externer Link 

Catholic Encyclopedia
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Fotogalerie
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