1954 - Nobelpreis für Physik an Max Born

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Max Born wurde am 11. Dezember 1882 in Breslau geboren. Sein Vater, Gustav Born, war Professor für Anatomie und Embryologie. Seine Mutter, eine geborene Kauffmann, stammte aus einer schlesischen In-dustrieellenfamilie. Er besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Breslau und begann 1901, dort auch zu studieren, zunächst Rechtswissenschaften und Moralphilosophie und später dann Mathematik und Physik.

 

Da er aus wohlhabender Familie stammte, konnte er es sich leisten, während der Studienzeit seine Neigungen auszuloten. Von Breslau aus wechselte er nach Heidelberg und später nach Zürich. 1904 ging er nach Göttingen, entdeckte dort seine Vorliebe für Mathematik und promovierte 1907 mit einem mathematisch-physikalischen Thema. Danach kehrte er nach Breslau zur Weiterbildung zurück, ging aber auch ins englische Cambridge. 1909 habilitierte er sich in Göttingen mit einer Probevorlesung in Atomphysik. Mit Einsteins Relativitätstheorie konfrontiert, beschäftigte er sich bald zusammen mit einigen Kollegen mit dieser Materie. 1912 wurde ihm eine Stelle in Göttingen angeboten. Hier begründete er mit Karmann die Quantentheorie der spezifischen Wärme.

1913 heiratete er Hedwig Ehrenberg. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Born wechselte 1914 nach Berlin, wurde Kollege von Max Planck, und 1915 veröffentlicht er sein Buch "Dynamik der Kristallgitter".1919 wurde er an die Universität in Frankfurt a. Main berufen, und bereits nach zwei Jahren finden wir ihn wieder in Göttingen, wo er auch bis 1933 blieb. Hier faßte er das Gebiet der Gitterdynamik zusammen und formulierte die Grundlagen der Festkörperphysik. Darüber hinaus entwickelte er mit Kol-legen und Schülern nach Einsteins Ansatz die geschlossene Theorie der Quantenmechanik.

Trotz dieser großartigen und unbestrittenen Forschungserfolge wurde er wegen seiner jüdischen Abstam-mung zwangsweise aus dem Universitätsdienst entfernt, und so ging er nach einem kurzen Aufenthalt in Norditalien nach Cambridge. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt in Bangalore im Winter 1935/1936 erhielt er einen Lehrstuhl in Edinburgh, und 1939 bekam er die englische Staatsbürgerschaft. 1953 beendete er die Lehrtätigkeit, verließ England und kehrte nach Bad Pyrmont in der Nähe Göttingens zurück.
1954 erhielt er den Nobelpreis für seine Forschungen zur Quantenmechanik.

In den folgenden Jahren trat er als Mahner auf. In der Göttinger Erklärung der 18 Atomwissenschaftler, die auch er unterzeichnete, wandte er sich gegen die Anwendung der Atomwaffen und gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit derartigem Kriegsgerät. Auch war er tief betroffen, daß einige seiner Schüler, so auch Oppermann, sich an der Entwicklung dieser Waffensysteme beteiligten. Auch der Weltraumfahrt stand er teilweise kritisch gegenüber.

In seinem Leben erfuhr er viele Ehrungen. So wurde er Ehrenbürger von Göttingen, erhielt 1959 das Bundesverdienstkreuz und war Mitglied vieler in- und ausländischer Akademien, war Träger verschiedener englischer und deutscher Verdienstmedaillen und war Ehrendoktor von Bristol, Bordeaux, Oxford, Freiburg i. Breisgau, Edinburgh, Oslo, Brüssel, Berlin und der TH Stuttgart. Auch deutsche Schulen tra-gen inzwischen seinen Namen.

Am 5. Januar 1970 starb Max Born. Seine Urne wurde auf einem Göttinger Friedhof beigesetzt.

Joachim Lukas

1908 - Nobelpreis für Medizin an Paul Ehrlich
1912 - Nobelpreis für Literatur an Gerhart Hauptmann
1918 - Nobelpreis für Chemie an Fritz Haber
1931 - Nobelpreis für Chemie an Friedrich Bergius
1943 - Nobelpreis für Physik an Otto Stern
1950 - Nobelpreis für Chemie an Kurt Alder
1954 - Nobelpreis für Physik an Max Born
1963 - Nobelpreis für Physik an Maria Goeppert-Mayer
1964 - Nobelpreis für Medizin an Konrad Bloch
1989 - Nobelpreis für Physik an Hans Georg Dehmelt
1996 - Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an Reinhard Selten
1999 - Nobelpreis für Medizin an Günter Blobel