Martin Opitz

Portrait

 

 

Der Sohn eines Fleischermeisters besuchte zunächst das Gymnasium in Beuthen/Oder. Ab 1619 studierte er im calvinistischen Heidelberg, wo sich junge Dichter um den Humanisten Lingelsheim sammelten und nach einer Kunstdichtung strebten, die es mit der des Auslands aufnehmen könnte. Die von Kurfürst Ferdinand V. von der Pfalz 1620 verlorene Schlacht am Weißen Berg und die Plünderung Heidelbergs trieben Opitz ins Exil. Zunächst ging er nach Leiden - Hochburg des Calvinismus und Wirkungsort von Lipsius - wo er den niederländischen Nationaldichter Heinsius kennenlernte.

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1621 kehrte er über Jütland nach Schlesien zurück, fand jedoch keine günstigen politisch-konfessionellen Voraussetzungen für sein Bleiben. Ein Gelegenheitsgedicht, das er Kaiser Ferdinand in Wien anläßlich des Todes Erzherzog Karls überreichen konnte, bracht die entscheidende Wende und den beruflichen Aufstieg: Opitz wurde vom Kaiser die Würde des poeta laureatus verliehen, 1626 übernahm er die Leitung der geheimen Kanzlei von Dohnas, 1627 folgte die Nobilitierung, 1629 die Aufnahme in die Fruchtbringende Gesellschaft. Unermüdlich war er in der Folgezeit in diplomatischen Missionen in den Hauptstädten Europas unterwegs; die Krönung dieser Reisen ist 1630 diejenige nach Paris in das europäische Zentrum des Gelehr-tentums. Es war  Opitz nicht vergönnt, nach Schlesien zurückzukehren: Vor Habsburg wich er mit den schlesischen Herzögen nach Thorn aus. Während der Vorbereitungen zu einer Ausgabe seiner Werke ereilte ihn der Pesttod.

 

Titelei
Titelei
Aus: E. Trunz (Hrsg.): Martin Opitz: Geistliche Poemata 1638, Tübingen 1975, S. 1

Wie viele Dichter des 17. Jahrhunderts begann auch Opitz als neulateinischer Gelegenheitsdichter (Sammlungen 1616 und 1631). Bereits während seiner Beuthener Gymnasialzeit verfaßte er mit der Schrift "Aristarchus sive de contemptu linguae teutonicae" (1617) ein Bekenntnis zur deutschen Sprache. Nicht engstirniges Eiferertum liegt ihm zugrunde, sondern die humanistische Liebe zum Vaterland. Das "Buch von der deutschen Poeterey" (1624) ist nicht nur Regelwerk und Gattungslehre, vielmehr zielte Opitz darauf ab, die Dichter den Regenten als Partner zu empfehlen, indem er Würde und universale Gelehrsamkeit der Poeten herausstreicht. Er übertrug Sophokles, Seneca, das Hohe Lied, Grotius sowie Romane von Barclay und Sidney. Mit seiner eigenen Erzählung "Schäfferey von der Nimfen Hercinie" (1639) schuf Opitz das Vorbild für viele Nachahmer. Über eigene Gedicht- und Epigrammsammlungen (1624, 1625, 1633) hinaus hinterließ er ein Repertoire von großer Spannweite, das Poesie, Lyrik und Dramatik seiner Zeit nachhaltig beeinflußte.    

 Detlef Haberland

 

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