Pfandbesitz der Krone Ungarns 1479 - 1497

"Nach dem Frieden von Olmütz um1479 erstreckte sich die Herrschaft Wladislaws II. nur noch auf Böhmen, während die Nebenländer Schlesien, Mähren und die Lausitzen zum Herrschaftsbereich des Corvinen gehörten. Schlesien befand sich seitdem im Pfandbesitz der Krone Ungarns, blieb aber formal ein Nebenland der Krone Böhmens und seinen in Ofen (Buda) regierenden böhmischen Königs".
Norbert Conrads, Schlesiens frühe Neuzeit (1469-1740), in Norbert Conrads (Hrg.), Schlesien, Deutsche Geschichte im Osten Europas, 2. verbesserte Auflage, Berlin 2002, S. 186

"Getrennt vom argwöhnisch betrachteten Böhmen, zugleich aber noch ohne gewachsene Bindungen an Ungarn, sah Schlesien sich mehr denn je auf sich allein gestellt. Zwar begann keine Magyarisierung der Nebenländer, aber die Trennung von Prag ermöglichte und beschleunigte den Prozess der Ablösung und Verselbständigung Schlesiens innerhalb der böhmischen Kronlande".
Conrads, aaO., S. 186

 

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Wappen des Königs Matthias Corvinus am Rathausturm in Görlitz, 1488
Aus: Stadtbilder aus Görlitz, Leipzig 1991, S. 11