Die schlesischen Landesteile in der Tschechoslowakei 1918-1938

"Um das Teschener Schlesien entbrannte im Winter 1918/19 ein folgenschwerer Streit zwischen der Tschechoslowakei und Polen, da beide Anspruch auf das wirtschaftlich wertvolle Industriegebiet erhoben."
Joachim Bahlcke, Die Geschichte der schlesischen Territorien von den Anfängen bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, in Joachim Bahlcke, Schlesien und die Schlesier, München, 2000, S. 147

"Für die Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (im früheren, um das östliche Teschener Gebiet verkleinerten Österreichisch-Schlesien sowie im Hultschiner Ländchen) setzte sich allmählich der Sammelbegriff "Sudetendeutsche" durch. Die ohnehin nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie in ihrem Selbstbewußtsein schwer getroffenen Deutschen, die nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1930 mit 3,32 Millionen 22,5% der gesamten Bevölkerung der Tschechoslowakei bildeten, sahen sich bald mit einer vielfältigen Einengung ihres nationalen Besitzstandes konfrontiert."
Bahlcke, aaO., S. 147

"Die britische und die französische Regierung gaben Hitlers Pressionen schließlich im Münchener Abkommen vom 29.  September 1938 nach, durch das die Tschechoslowakei 29000 qkm mit rund 3,63 Millionen Einwohnern verlor.  Während das Hultschiner Ländchen an die preußische Provinz Schlesien angegliedert wurde, bildete der Großteil des 22445 qkm umfassenden Gebietes seit April 1939 den neuen Reichsgau Sudetenland mit der Hauptstadt Reichenberg. Kurze Zeit vorher, am 16.  März, war nach Hitlers Einmarsch in die Tschecho-Slowakei das "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" ausgerufen worden."
Bahlcke, aaO., S. 147